Horst Schlämmer sucht das Glück

Eine Parodie auf und eine Hommage an den Lokaljournalismus

Nach fast zwei Jahrzehnten Abstinenz ist die wohl bekannteste Schnappatmung der Nation zurück auf der Leinwand. In Horst Schlämmer sucht das Glück lässt Hape Kerkeling seine Kultfigur wieder auferstehen – doch statt in die Politik geht es dieses Mal um die ganz großen Fragen des Lebens. Ein Roadmovie, das uns den Spiegel vorhält und fragt: Warum ist eigentlich die Laune so im Keller?

Worum geht’s?

Horst Schlämmer sucht das Glück ist eine deutsche Filmkomödie aus dem Jahr 2026, inszeniert von Sven Unterwaldt. Der stellvertretende Chefredakteur des Grevenbroicher Tagblatts hat genug von der schlechten Stimmung im Land. Er beschließt, seine Heimatstadt zu verlassen, um herauszufinden, wie man die Deutschen wieder zum Lächeln bringt. Der Film ist die Fortsetzung von Horst Schlämmer – Isch kandidiere aus dem Jahr 2009.

Handlung

Horst Schlämmer hat die Faxen dicke: Die Preise steigen, die Kneipen machen dicht und überall herrscht dicke Luft. Kurzum: „Deutschland hat Rücken! Und zwar im Gesicht.“ Gemeinsam mit Anna (Laura Thomas) aus der Online-Redaktion – die Schlämmer als seine Kamerafrau zwangsverpflichtet – bricht er zu einer journalistischen Glücksmission quer durch die Republik auf.

Von Berlin über Dresden bis nach Bayern trifft er auf seiner Reise Passanten, Psychologen und echte politische Schwergewichte wie Markus Söder. Dabei lässt Schlämmer nichts aus: Er recherchiert knallhart (und meist völlig distanzlos) nach dem Geheimnis der Lebensfreude. Ein besonderes Element des Films sind die fiktiven Einschübe mit Schlämmers Lieblingsschauspielerin Gaby Wampel (gespielt von Tahnee), die in kitschigen Filmparodien den Kontrast zum grauen deutschen Alltag bilden.

Hintergrund

Hape Kerkeling kehrt hier zu seiner legendären Maske zurück, zeigt aber eine Figur, die mit der heutigen Zeit konfrontiert wird. Unter der Regie von Sven Unterwaldt (7 Zwerge) entstand eine Mischung aus klassischer Komödie und satirischer Dokumentation. Der Film nutzt echte Begegnungen mit Prominenten und Politikern, um die Grenze zwischen Fiktion und Realität zu verwischen.

Thematisch greift der Film die aktuelle gesellschaftliche Debatte um die „German Angst“ und die allgemeine Unzufriedenheit auf. Musikalisch untermalt wird das Ganze durch den Soundtrack von Philipp Noll, wobei Schlämmer selbst zum Mikrofon greift – unter anderem mit dem Klassiker „Irgendwo auf der Welt gibt’s ein kleines bisschen Glück“.

„Weiße Bescheid, Schätzelein! Dat Glück kommt nicht von alleine, da muss man schon mal nachbohren.“

Horst Schlämmer

Warum der Film für Medienschaffende interessant ist

Hinter den gewohnten Kalauern verbirgt sich eine erstaunlich präzise Beobachtung unserer aktuellen Medienlandschaft:

Parodie und Plädoyer für den Lokaljournalismus:
Obwohl Horst Schlämmer eine gnadenlose Parodie auf den „alten Schlag“ von Lokalredakteuren ist, bricht der Film eine Lanze für dieses schwindende Metier. In einer Zeit, in der Lokalredaktionen massiv abgebaut werden, zeigt Schlämmer, warum die Nähe zum Bürger wichtig ist: Er kämpft leidenschaftlich gegen die Schließung der lokalen Kneipe. Seine Suche nach dem Glück wird überhaupt erst dadurch ausgelöst, dass er sein Umfeld genau beobachtet – eine Kerneigenschaft des Journalismus, die oft im digitalen Rauschen verloren geht.

Gelebter Medienwandel und Offenheit:
Spannend ist die Dynamik zwischen Schlämmer und seiner jungen Kollegin Anna. Während viele „Dinosaurier“ der Branche den Online-Journalismus skeptisch betrachten, zeigt sich Horst überraschend aufgeschlossen. Er lässt sich von Anna filmen, nimmt ihre Tipps zum Internet bereitwillig an und erkennt das Potenzial der neuen Kanäle für seine Mission. Es ist ein humorvoller, aber optimistischer Blick auf die Zusammenarbeit zwischen den Generationen im Newsroom.

Die Mockumentary als Brücke zur Realität:
Die Szenen mit realen Politikern (z. B. Markus Söder oder Kardinal Woelki) zeigen die Macht der Inszenierung. Dass reale Entscheidungsträger bereit sind, Teil einer Horst-Schlämmer-Satire zu werden, sagt viel über die moderne Aufmerksamkeitsökonomie und das „Infotainment“ aus, dem sich auch die Politik unterwerfen muss.

Die Meta-Ebene: Hape vs. Horst:
Für mich irritierender ist der Auftritt von Hape Kerkeling als er selbst. Er verhält sich im Film fast schon abschätzig gegenüber seiner eigenen Kunstfigur und damit auch gegenüber dem Journalismus. Er kommt damit nicht besonders gut bei Weg – und gibt damit auch ein negatives Beispiel für den Umgang mit Journalisten ab, das so hoffentlich nicht vom Zuschauer als „normal” wahrgenommen wird.

Stats

Besetzung

  • Hape Kerkeling: Horst Schlämmer / Hape Kerkeling / diverse Rollen

  • Tahnee Schaffarczyk: Gaby Wampel

  • Laura Thomas: Anna (Kamerafrau)

  • Meltem Kaptan: Schaffnerin Mandy

  • Markus Söder: Sich selbst (Gastauftritt)

  • Rainer Maria Woelki: Sich selbst (Gastauftritt)

Stab

  • Regie: Sven Unterwaldt

  • Drehbuch: Claudius Pläging, Hape Kerkeling

  • Produktion: Bubbles Film / Leonine Studios

  • Musik: Philipp Noll

  • Kamera: Bernhard Jasper

Weitere Informationen

  • Titel: Horst Schlämmer sucht das Glück

  • Produktionsland: Deutschland

  • Originalsprache: Deutsch

  • Erscheinungsjahr: 2026

  • Länge: 93 Minuten

  • Altersfreigabe: FSK 6

Wie hat dir der Film gefallen?

Login oder Abonnieren um an umfragen teilzunehmen.

Der Beitrag wurde von einem Redakteur mit zusätzlicher Unterstützung von KI-gestützten Large-Language-Modellen erstellt.